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Musiktherapie
Die
Begabung nimmt in unserer Gesellschaft einen hohen Stellenwert ein, denn sie
wird meist als etwas Besonderes gesehen, was uns von anderen unterscheidet.
Meist taucht der Begriff Begabung vor allem im Zusammenhang mit herausragenden
Leistungen in einem oder mehreren Teilgebieten auf. Die Begabungen werden
hierbei meist zuerst in gesellschaftlich sehr anerkannten Bereichen, wie z.B.
Schule oder Sport festgestellt. Das
liegt wohl auch daran, dass in diesen Bereichen ein direkter
Leistungsvergleich sehr einfach zu vollziehen ist. Ausgedrückt in Zahlen kann
man schnell erkennen, wer stetig im oberen Leistungsniveau liegt und somit
wird die Begabung offenbar. IQ
– Tests wurden und werden immer noch entwickelt, um ein einheitliches
Messinstrument zu haben, das gezielt Begabungen feststellt. Die
„Begabung“ bekommt durch dieses Verfahren einerseits einen enorm hohen
Stellenwert und wird zugleich reduziert auf messbare Werte. Manchmal scheint
hierbei sogar ein Ranking der Begabungen statt zu finden, in dem der Wert einer
Begabung stark abhängt vom Nutzen, den die Gesellschaft daraus ziehen kann. Es
ist auch bekannt, dass bestimmte Begabungen mehr (staatlich) gefördert werden
als andere. Die Begabung im künstlerisch- kreativen Bereich kann man allgemein
eher als Stiefkind betrachten, wenn man bedenkt, wie viel Unterricht in diesen Fächern
an den allgemein bildenden Schulen gegeben wird beziehungsweise ausfällt. Die
Musiktherapie gehört daher zu den Disziplinen, die versucht, diese wichtigen
Begabungen der Menschen zu finden und zu fördern. Durch diese Art der
Begabungsförderung kann der Mensch sich mit seiner ganzen Person einbringen,
was vor allem auch Auswirkungen auf
die sozial-emotionale Entwicklung haben kann. Musiktherapie bzw. der
Umgang mit kreativen Mitteln ist persönlichkeits- bildend. Wichtige
sozial – emotionale Aspekte
An
besonders begabte Menschen werden durch Eltern und Gesellschaft besondere
Erwartungen gestellt. Schon im Kleinkindalter fällt den Eltern oft auf, dass
ihr Kind irgendwie weiter ist als die anderen. Über eine Hochbegabung denken
die wenigsten in dieser Phase nach und auch der Kindergarten richtet seine
Arbeit eher auf die Förderung, die aufgrund von Leistungsschwächen
nötig ist. Man geht allgemein davon aus, dass ein normal entwickeltes Kind im
Alltag wichtige Erfahrungen macht und für sich entsprechend seiner Fähigkeiten
verwerten kann. Hochbegabte Kinder werden hierbei nicht besonders berücksichtigt,
weil sie keinen Handlungsbedarf anzeigen. Die begleitenden Probleme bei
Hochbegabung treten hier oft noch nicht in den Vordergrund, weil die Kinder
genug Möglichkeiten finden, sich auf ihre „Spezialgebiete“ zu richten und
hier zu punkten. Es werden andere Anforderungen gestellt als in der Schule und
die Schulreife als Entwicklungsaufgabe wurde noch nicht erreicht. Ab der
Schulreife und der damit verbundenen Einschulung kommt das Kind in eine andere
Lebenssituation, in der zum ersten Mal auch ein direkter Lernvergleich möglich
ist. Verhaltensauffälligkeiten, die möglicherweise auch schon im Kindergarten
aufgetreten sind, bekommen in der Schule eine neue Qualität. Kinder,
die in die Schule gehen, wollen den Anforderungen der Gesellschaft, ihrer Eltern
und Lehrer und sich selbst entsprechen. Es ist ihnen wichtig, Leistung zu
erbringen, auf deren Grundlage sie ihr Selbstwertgefühl entwickeln. Sie möchten
vor allem auch gelobt werden für schwierige Dinge, die sie geschafft haben.
Probleme entstehen dabei, wenn der Lernstoff zu leicht, zu schwer, zu viel oder
zu wenig ist. Das Kind ist dann über- oder unterfordert, wodurch vor allem die
Motivation zum konsequenten Arbeiten und Üben auf Dauer Schaden nimmt. Schlechte
Leistungen werden noch all zu oft mit mangelnder Intelligenz in Zusammenhang
gebracht – vor allem wenn sie gemeinsam mit Verhaltensauffälligkeiten
auftreten. Eltern, Lehrer und Mitschüler fühlen sich durch störendes
Verhalten provoziert und sorgen dafür, dass das Kind emotional aus dem
Gleichgewicht gerät. Bei hochbegabten Kindern ist sehr schwer zu verstehen,
dass der Lernstoff beherrscht
wird und trotzdem einfachste Fragen nicht beantwortet werden können.
Eltern, Lehrer und Kinder fragen sich, warum sich das Kind nicht eben für die
Arbeit einmal „zusammenreißen“ kann.
Der
Motivationsverlust, den das Kind durch das falsche Pensum Lernstoff erlebt, kann
zu Unaufmerksamkeit und störendem Verhalten führen. Das Kind ist verwirrt und
findet sich nicht mehr zurecht, es begreift nicht, warum es immer wieder dasselbe
üben und lernen soll. Irgendwann fragt es sich, ob es vielleicht die
Schwierigkeit der Aufgabe nicht erfasst hat und zweifelt an sich und seiner
Wahrnehmung. Ein negativer Kreislauf beginnt, das Selbstvertrauen des Kindes
schwindet - mit schlechten Noten als Folge. Gespräche mit Eltern und Lehrer
bringen nicht unbedingt Aufschluss über das Problem der Hochbegabung, denn
diese ist wegen der schlechten Noten nicht einfach zu erkennen. Das Kind wird
konfrontiert mit Kritik über die schlechten Leistungen und das
Arbeitsverhalten. Es versteht, dass es etwas nicht richtig macht und die
Erwartungen der anderen und sich selbst nicht erfüllen kann. Musiktherapie
Die
Musiktherapie gehört zu den kreativen Formen der Therapie und richtet sich auf
die individuelle Person. Ausgangspunkt hierbei ist das musikalische Vermögen
des Menschen und damit ist nicht gemeint, ob jemand schon ein Instrument
beherrscht. Die Arbeit mit Musik ist sehr geeignet für Kinder,
denn sie verbindet „Körper, Seele und Geist“ miteinander. Gerade in der
Musik lernen Kinder, ihre Kreativität zu entwickeln und einzusetzen. Selbst mit
ganz einfachen Mitteln können sie tolle Effekte erreichen und werden belohnt
durch die Freude am Spiel. Zu
Kosten, die Sie sich leisten können.
Wann
rufen Sie uns an und vereinbaren eine kostenlose Schnupperstunde? Für eine Probestunde oder Musiktherapie im Sprungtuch nehmen Sie bitte Kontakt auf mit: Britta
Seger (B.A.) Diplom
Musiktherapeutin 02162 – 450 463
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an: Liebe Eltern, Kinder, Mitarbeiter und Freunde der Förderschule SprungtuchVielen
Dank an Sie/euch alle für die Mitarbeit an meiner Diplomarbeit und die Unterstützung,
die ich bekommen habe. Da die Ergebnisse dieser Diplomarbeit sehr aussagekräftig
waren, möchte ich sie hier in Kurzfassung mitteilen. In
meiner Diplomarbeit wurde untersucht, ob Kinder mit einer diagnostizierten
Legasthenie therapeutische Hilfe und Unterstützung auf dem Gebiet der sozial
– emotionalen Entwicklung brauchen. Der Begriff sozial – emotionale
Entwicklung bezieht sich hierbei auf die Entwicklung des „Selbstkonzeptes“
bei Schulkindern, das durch fortwährende schlechte Leistungen auf dem Gebiet
des Lesens und Schreibens und unberechtigte Kritik stark in Mitleidenschaft
gezogen werden kann. Aus
der Literatur ist inzwischen bekannt, dass Menschen mit Legasthenie häufig
(30-40%) im Erwachsenenalter mit psychischen Erkrankungen (Depressionen) in
Behandlung sind. Auch delinquentes Verhalten (Begehen von Straftaten) und
Drogenkonsum scheinen in Zusammenhang mit Legasthenie häufiger aufzutreten.
Weiterhin wurde festgestellt, dass viele Legastheniker einen schlechteren
sozialen Status dadurch erreichen, dass sie ihre Schullaufbahn abbrechen
(„totale Verweigerung“, „Schulphobie“) und /oder keine Ausbildung machen
(nicht zugelassen werden oder Vermeiden von Lesen und Schreiben). Die
Behandlung von Legasthenie, befasst sich in erster Linie mit Lese - und
Schreibfertigkeiten sowie mit einem Wahrnehmungstraining. Das sozial –
emotionale Problemgebiet wird nicht automatisch mit behandelt, da es meist als
nicht so wichtig angesehen und erkannt wird, es sei denn, es handelt sich um
eine „richtige“ psychische Erkrankung, wie z.B. Depression oder Angststörungen.
Das
emotionale Gleichgewicht eines Kindes wird maßgeblich durch das Vergleichen von
Leistungen und die Anerkennung bestimmt, die es für seine Leistungen bekommt.
Kinder mit Legasthenie machen vor allem die Erfahrung, dass sie üben können
„soviel sie wollen“, ohne dass die Leistungen sich wesentlich verbessern.
Dass die Kinder sich ohnmächtig fühlen und das Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten
verlieren, kann eine Folge davon sein. Ich
möchte an dieser Stelle noch darauf hinweisen, dass diese Studie auf besondere
Art und Weise durchgeführt wurde. Alle Teilnehmer wurden mit Fragebögen
befragt, auf denen sie “Behauptungen” ankreuzen oder auch selbst Angaben
machen konnten. Diese Art der Befragung hat den Vorteil, dass nicht zu viel
Wissen vorausgesetzt wird und nicht zu weitläufig interpretiert werden kann.
Der Nachteil liegt darin, dass vor allem mit „Wiedererkennung“ gearbeitet
wird, was dazu führen kann, dass die Teilnehmer Dinge ankreuzen, die sie sich
vorstellen können, ohne dass diese auch wirklich vorhanden sind. In den
Befragungen wurde deutlich gemacht, dass kein Kreuz gesetzt werden muss. Die
Behauptungen, die in den Fragelisten verwendet wurden, kamen durch eine sehr
umfangreiche Literaturstudie, meine Beobachtungen während der Arbeit in der Förderschule
Sprungtuch GmbH und Gesprächen mit den Mitarbeitern dort zustande. Nicht berücksichtigt
werden konnte, ob die Kinder außer der Legasthenie noch weitere Diagnosen
hatten, wie z.B. ADS, Schulphobie oder Depression. Ergebnisse 1)
Achtung:
“Hochspannung” Die
meisten der befragten Kinder gaben entsprechend der Literatur an, dass sie in
erster Linie Gefühle von Angst (29%), Traurigkeit (57%) und Wut auf sich selbst
(49%) empfinden, wenn sie trotz Übens eine schlechte Arbeit geschrieben haben.
Hiermit wird bestätigt, dass die Kinder die Situation als frustrierend erleben
und eine große innere Spannung vorliegt, obwohl die Legasthenie ja bereits
diagnostiziert ist. Konsequent ist hierbei auch, dass die Kinder aus einer großen
Auswahl von musiktherapeutischen Aktivitäten die ausgewählt haben, die
am meisten psychisch entspannend wirken. Auch auf psychosomatischem Gebiet wird
das hohe Maß an Stress und Anspannung deutlich. 46% der Kinder gaben an, dass
sie abends oft nicht einschlafen können. 2)
“Ich
fühle mich nicht verstanden” Die
Kinder gaben weiter an, dass sie sich oft nicht verstanden fühlen (31%) und
dass sie keine Geduld mit sich selbst haben (29%). Hier wird noch einmal sehr
deutlich, dass Legasthenie schwer zu verstehen ist und auf sehr vielfältige
Weise vorhanden sein kann. Normalerweise sollte man davon ausgehen können, dass
Kinder mit einer diagnostizierten Legasthenie in einem Umfeld leben, welches
dies berücksichtigt und damit umzugehen weiß. Fast 70% der Kinder gaben an,
dass sie anderen (Klassenkameraden) ihre Gefühle nicht zeigen, was darauf
hindeutet, dass die Kinder gefühlsmäßig nicht ausreichend aufgefangen werden.
Sehr
positiv ist, dass alle Kinder angaben, ihre Gefühle Vertrauenspersonen zu
zeigen. 3)
“Was
bin ich wert?” Die
Erwachsenen (Eltern, Lehrer, Therapeuten, Ärzte) gaben zu 100% an, dass das
Verbessern des Selbstwertgefühles für die Kinder als wichtigstes Therapieziel
gelten sollte. An zweiter Stelle wurde mit 68% das Entwickeln einer positiven
Zukunftsperspektive gewählt. Dies beinhaltet vor allem auch das Verbessern der
Motivation und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Die Erwachsenen gaben
weiterhin an, dass der Umgang mit den Gefühlen in der Therapie einen wichtigen
Platz haben sollte und bestätigen damit die Anwesenheit des großen
Leidensdruckes, den auch die Kinder deutlich gemacht hatten. 4)
“Die Rolle der
Musiktherapie” Aus
meiner Untersuchung geht hervor, dass die Musiktherapie als geeignetes Mittel
angesehen werden kann, um Probleme im sozial – emotionalen Bereich zu
behandeln, die bei Kindern mit Legasthenie auftreten können. Dies ergibt sich
sowohl aus der Befragung als auch aus der Literatur.
Weiter konnte ich feststellen, dass von
Seiten der Kinder eine große Motivation und Bereitschaft besteht, mit
musikalischen Mitteln zu arbeiten. Im Durchschnitt wählte jedes Kind 1,9
Aktivitäten. Die Bereitschaft und Motivation zur Mitarbeit sind gerade bei
Kindern mit Legasthenie eine Grundvoraussetzung für ein therapeutisches
Angebot, das auf das emotionale Erleben zielt. Auch die Erwachsenen gaben an,
dass sie Musiktherapie für ein attraktives Angebot für Kinder halten, da das
therapeutische Angebot gut auf die Bedürfnisse und vorhandenen Fähigkeiten
abgestimmt werden kann. Der Schwerpunkt eines solchen Angebotes wurde vor allem
in der „Verbesserung des Selbstwertgefühls“ (54%) und der Verbesserung der
„inneren Balance“ (39%) gesehen.
Die
Notwendigkeit eines musiktherapeutischen Angebotes wurde durch die Literatur
deutlich und durch die Angaben der Kinder und Erwachsenen bestätigt. Die
Befragung hat deutlich gemacht, dass sowohl ein großer Leidensdruck besteht,
als auch die Bereitschaft vorhanden ist, an diesem Problem zu arbeiten.
Zum
Schluss Ich
denke, dass diese Studie durchaus richtungweisend ist und finde es sehr schade,
dass ich sie hier nicht vollständig darstellen kann. Das Original wurde in
niederländischer Sprache verfasst und kann bei mir (über das Sprungtuch in
Viersen) erfragt werden. Herzliche
Grüße, Britta
Seger, Musiktherapeutin Förderschule
Sprungtuch GmbH
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